16. September 2026

SmartLivingNEXT bringt Anwendungen für Wohnen, Pflege und Energie herstellerübergreifend zusammen

Sieben Projekte zeigen, was ein gemeinsamer Datenraum möglich macht

Berlin, 9. September 2026 – Vom pflegegerechten Umbau einer Wohnung bis zur Nutzung dynamischer Stromtarife: Sieben Projekte mit konkreten Use Cases im Technologieprogramm SmartLivingNEXT haben praxistaugliche Anwendungen für Wohnen, Pflege und Energie entwickelt und erprobt. Ihre Ergebnisse zeigen jetzt, wie digitale Technologien unterschiedliche Lebens- und Anwendungssituationen im Alltag unterstützen können.

SmartLivingNEXT ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördertes Technologieprogramm. Es schafft die strukturellen und technischen Grundlagen dafür, dass digitale Anwendungen und Systeme unterschiedlicher Hersteller sicher zusammenarbeiten können. Im Mittelpunkt steht ein gemeinsamer Datenraum: Daten bleiben in ihren Ursprungssystemen und unter der Kontrolle der Datenbesitzenden. Sie können jedoch zweckgebunden genutzt werden, wenn Datenbesitzende dies freigegeben.

Die sieben Projekte BIM-4-CARE, COMET, DuITeasy, ExpliCareNEXT, FAME4ME, ForesightNEXT und GAiST erprobten darauf aufbauend konkrete Anwendungen. Am Ende ihrer dreijährigen Laufzeit machen sie sichtbar, welchen Nutzen ein offenes Smart Living-Ökosystem schaffen kann, wenn Informationen aus unterschiedlichen Systemen sicher zusammenwirken.

Sieben Anwendungen für konkrete Alltagssituationen

BIM-4-CARE digitalisiert die Planung pflegegerechter Wohnraumanpassungen. Das Projekt führt Wohnungsdaten, Informationen zum individuellen Unterstützungsbedarf und Fachwissen in einem digitalen Wohnungsmodell zusammen. So lassen sich geeignete Umbau- und Unterstützungsmaßnahmen besser abstimmen. Bau-Checklisten und digitale Wohnungsmodelle können über den SmartLivingNEXT Datenraum für weitere Anwendungsfälle bereitgestellt werden.

COMET schafft durch die Nutzerkontrolle sicherstellende technische und organisatorische Bausteine dieVoraussetzungen dafür, dass Daten aus privaten Haushalten verantwortungsvoll für neue Dienste genutzt werden können. Konsumierende behalten jederzeit die Kontrolle darüber, wer welche Daten wofür nutzen darf. Zugleich können Entwickler:innen und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen auf Basis dieser Einwilligungen Daten für neue KI-Anwendungen nutzen.

DuITeasy hat einen Assistenzdatenraum aufgebaut, der Wohnraumanbietenden und Bewohnerinnen und Bewohnern auf Grundlage von Daten aus dem Wohn- und Lebensumfeld den Zugriff auf eine Vielzahl intelligenter Dienste ermöglicht. Entstanden sind unter anderem Anwendungen zur Aktivitäts- und Notfallerkennung, zu Hitzeprognosen und Hitzeschutzwarnungen sowie zum vorausschauenden Gebäudemanagement. Der an SmartLivingNEXT angebundene Assistenzdatenraum zeigt, wie unterschiedliche Datenquellen sicher zu nutzerorientierten Services zusammengeführt werden können.

ExpliCareNEXT verknüpft Sensordaten aus Wohnungen, daraus abgeleitete Informationen zu Alltagsaktivitäten und Pflegedokumentation zu einem KI-basierten Assistenzsystem für Pflegekräfte in der ambulanten oder stationären Versorgung. In der Erprobung wurden Auffälligkeiten im Alltag pflegebedürftiger Menschen früher sichtbar. Eine sprachbasierte Funktion unterstützt insbesondere weniger erfahrene Pflegekräfte mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Die Anbindung an den SmartLivingNEXT Datenraum schafft die Voraussetzung, weitere Assistenz- und Pflegesysteme interoperabel einzubinden.

FAME4ME übersetzt Verbrauchs-, Erzeugungs- und Preisdaten in konkrete Hinweise für den Energiealltag. Künstliche Intelligenz und eine App helfen dabei, günstige Zeitfenster für Haushaltsgeräte, Wärmepumpe oder Elektroauto zu erkennen. Der Datenraum unterstützt den herstellerübergreifenden Zugang zu Smart-Meter-Daten und schafft damit eine Grundlage für das Training leistungsfähiger Prognosedienste.

GAiST verbindet Daten aus Smart Living-Technik, altersgerechten Assistenzsystemen und telemedizinischen Messgeräten in einer Gesundheitsplattform. So können Veränderungen im Alltag älterer Menschen frühzeitig sichtbar werden. Über die Anbindung an SmartLivingNEXT lassen sich ausgewählte Alltags- und Gesundheitsdaten unter Kontrolle der Seniorinnen und Senioren sicher und zweckgebunden mit weiteren Diensten rund um Wohnen, Pflege und Gesundheit verknüpfen.

ForeSightNEXT verbindet Daten zur Nutzung von Strom und Heizenergie mit Gebäudedaten und Wetterdaten, um Gebäudeeigentümer durch intelligente Analyse bei der strategischen Sanierungsplanung in Quartieren zu unterstützen. Dieselben Daten können innerhalb des SmartLivingNEXT Datenraums auch von Wärmeanbietern für die kommunale Wärmeplanung genutzt werden, oder von Bewohner:innen für die intelligente Heizkostenreduktion. 

Der Datenraum verbindet, die Projekte machen den Nutzen sichtbar

Die Projekte adressieren unterschiedliche Lebens- und Anwendungssituationen. Gerade darin liegt ihr gemeinsamer Wert für SmartLivingNEXT: Sie zeigen, dass ein Datenraum nicht bei technischen Schnittstellen stehen bleibt. Er kann Informationen aus Gebäuden, Energieanwendungen, Assistenzsystemen und Pflegekontexten so nutzbar machen, dass daraus konkrete und verständliche Anwendungen entstehen.

Die Ergebnisse bilden damit eine Grundlage für den nächsten Schritt: Anwendungen und technische Bausteine aus der Forschung für die praktische Nutzung weiterzuentwickeln und an bestehende Systeme anzuschließen. Entscheidend bleibt dabei, dass Daten sicher genutzt werden können und Datenbesitzende jederzeit darüber entscheiden, welche Informationen sie wofür freigeben.

„Das Forschungsprogramm SmartLivingNEXT hat bewiesen, dass interoperable Datenräume im Gebäudesektor funktionieren können, und zwar rechtssicher, skalierbar und herstellerübergreifend. Jetzt beginnt die entscheidende Phase: der Übergang vom Forschungsprojekt in den Realbetrieb“, fasst Marieke Rohde, Seniorberaterin im iit und Leiterin der Begleitforschung zu SmartLivingNEXT das Ergebnis und den nächsten Schritt des Forschungsprogramms zusammen. Der technische Anbieter des Datenraums Materna und sechs Anwendungsunternehmen und -einrichtungen aus dem Technologieprogramm SmartLivingNEXT arbeiten aktuell an einer Strategie für den wirtschaftlich tragfähigen Weiterbetrieb des Ökosystems und Datenraums. Unternehmen mit Interesse am Datenaustausch, sei es neue intelligente Services auf Grundlage von Daten aus dem Wohn- und Lebensumfeld anzubieten, oder um bereits vorhandene Daten oder technische Systeme an das Ökosystem anzubinden und so zu erweitern, können sich auf der Website www.smartlivingnext.de informieren.

Über SmartLivingNEXT

Mit dem Technologieprogramm „SmartLivingNEXT – Künstliche Intelligenz für nachhaltige Lebens- und Wohnumgebungen“ hat das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) von 2023 bis 2026 mit rund 25 Mio. Euro ein KI-basiertes Ökosystem für digitale Smart Living-Dienste gefördert. Im Zentrum stand das Leitprojekt ForeSightNEXT, das die strukturellen und technischen Grundlagen des SmartLivingNEXT Datenraums schaffte und diese prototypisch im Energie- und Pflegebereich umsetzte. Ergänzt wurde es durch die sechs Projekte mit konkreten Use Cases BIM-4-CARE, COMET, DuITeasy, ExpliCareNEXT, FAME4ME und GAiST. Sie haben Anwendungen für Wohnen, Energie und Pflege prototypisch entwickelt und erprobt.

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