19. May 2026
SmartLivingNEXT: Das Ökosystem steht – jetzt geht es in den Realbetrieb!
Berlin, 19. Mai 2026 – SmartLivingNEXT ist jetzt da, wo alle hinwollten: Das Ökosystem für vernetztes, digitales Wohnen ist konzeptionell abgeschlossen, technologisch implementiert und praktisch erprobt. In den vergangenen drei Jahren haben die sieben Projekte des Technologieprogramms SmartLivingNEXT in den Handlungsfeldern Energie, Wohnungswirtschaft, Assistenz und Pflege, Sicherheit, Komfort sowie Quartierslösungen nachgewiesen, dass interoperable Smart Living-Dienste über einen gemeinsamen Datenraum zuverlässig funktionieren – sicher, standardisiert und herstellerübergreifend. Die Voraussetzungen sind gelegt und der Praxistest erfolgreich bestanden. Jetzt gilt es, Partner zu gewinnen, die das SmartLivingNEXT-Ökosystem in den Realbetrieb bringen und in eigene Geschäftsmodelle integrieren.

Auf der SmartLivingNEXT-Konferenz im Forum Digitale Technologien in Berlin diskutierten heute Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Digitalwirtschaft, Wohnungswirtschaft, Industrie, Handwerk und Forschung, wie der Schritt von der Forschung in den Markt gelingen kann und welche Rahmenbedingen erforderlich sind, damit aus technologischen Entwicklungen belastbare Anwendungen und tragfähige Geschäftsmodelle werden.
Dr. Alexandra-Gwyn Paetz, Abteilungsleiterin Technologische Souveränität & Innovation, Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), betonte die strategische Bedeutung des vom BMFTR geförderten Technologieprogramms: „SmartLivingNEXT zeigt, wie sich Künstliche Intelligenz (KI) im Gebäudesektor im Einklang mit nationalen und europäischen Vorgaben sicher und vertrauenswürdig in die Anwendung bringen lässt. Gerade für den Mittelstand entstehen so neue Chancen, KI-basierte Lösungen auf einer gemeinsamen, interoperablen Grundlage zu entwickeln und zu skalieren. Für Anwender ist das praxistauglich, innovativ und mit direktem Mehrwert verbunden. Damit stärken wir die Innovationskraft und technologische Souveränität in Deutschland und Europa.“
Thomas Jarzombek, Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, hob die Bedeutung von SmartLivingNEXT und die großen Potenziale von Datenräumen für Unternehmen, aber auch für den Standort Deutschland hervor: „SmartLivingNEXT macht deutlich, dass Datensouveränität, Interoperabilität und praktische Anwendbarkeit zusammengehen können. Jetzt geht es darum, aus der nachgewiesenen Machbarkeit einen geordneten Übergang in den Realbetrieb und ein europäisches Datenökosystem zu machen. Neben den direkten Nutzeffekten für Unternehmen, die insbesondere in Kostenersparnissen und Chancen für neuartige innovative Geschäftsmodelle liegen, können souveräne, föderierte Datenräume einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von Resilienz und digitaler Souveränität leisten. Beides wird vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklungen immer wichtiger. Entscheidend ist, dass Unternehmen die entwickelten Strukturen als Chancen nutzen können und vor allem auch nutzen wollen.“
Damit Smart Home-, Energie- und Gebäudelösungen gut zusammenspielen, braucht es standardisierte und sichere Wege, Daten auszutauschen. In SmartLivingNEXT wurden zentrale Bausteine für einen souveränen, sicheren und praxistauglichen Datenaustausch im Smart Living-Bereich entwickelt und in unterschiedlichen Bereichen erprobt. Unternehmen können nun darauf aufbauen, neue Services entwickeln und behalten dabei die vollständige Kontrolle über ihre Daten. Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, ordnete den Ansatz im Branchenkontext ein: „SmartLivingNEXT ist ein relevanter Strukturansatz für die nächste Stufe der Gebäudedigitalisierung. Technische Interoperabilität bleibt wichtig, reicht aber nicht aus. Entscheidend ist die rechtssichere, zustimmungsbasierte und wirtschaftlich tragfähige Verknüpfung verteilter Daten.“
Ein zentrales Ergebnis von SmartLivingNEXT ist das sogenannte „Drei-Level-Modell“:
- Level 1 beschreibt das intelligente Gebäude, in dem Daten durch Sensorik und Gebäudeautomation entstehen.
- Level 2 steht für den digitalen Betrieb, in dem Daten gebäudeübergreifend in Prozesse und Services eingebunden werden.
- Level 3 betrachtet Gebäude als Teil einer größeren Infrastruktur, etwa im Quartier oder im Energiesystem.
Erst die Verbindung dieser Ebenen schafft die Voraussetzung für skalierbare Anwendungen und neue wirtschaftliche Potenziale. Für Michael Schidlack, Principal Researcher bei der Forschungsvereinigung Elektrotechnik beim ZVEI e. V. und Projektleitung des SmartLivingNEXTLeitprojekts, liegt darin der entscheidende Fortschritt: „Nicht der einzelne Use Case steht im Mittelpunkt, sondern die strukturierte Verbindung der Ebenen. Erst wenn Daten über diese Level hinweg nutzbar werden, entstehen echte Skalierungseffekte und neue Geschäftsmodelle. SmartLivingNEXT ist die notwendige Antwort auf die wachsende Komplexität intelligenter Gebäude.“ Wie konkret diese Anwendungen aussehen können, wurde auf der Konferenz anhand mehrerer Use Cases sowie im Rahmen einer begleitenden Ausstellung deutlich.
Über SmartLivingNEXT
Mit dem Technologieprogramm „SmartLivingNEXT – Künstliche Intelligenz für nachhaltige Lebens- und Wohnumgebungen“ fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die Entwicklung eines offenen europäischen Datenraum-Ökosystems für den Gebäudesektor. Das Programm läuft über drei Jahre (August 2023 bis Juli 2026), wird mit rund 25 Millionen Euro gefördert und vereint mehr als 100 Partner aus Industrie, Handwerk, Wohnungswirtschaft und Forschung. Die Forschungsvereinigung Elektrotechnik beim ZVEI e. V. ist Konsortialführerin des SmartLivingNEXT-Leitprojekts.
Zu den einzelnen Projekten:
- BIM-4-CARE entwickelte ein KI-basiertes Gebäudemodell zur pflegegerechten Umgestaltung häuslicher Wohn- und Lebensumgebungen.
- Mit COMET wird gezeigt, wie souveränes und sicheres Datenteilen zwischen Haushalten und Anbietern von Smart Living-, Energie- und Pflegeservices im Datenraum funktionieren kann. So wird Datensouveränität zur Grundlage neuer datenbasierter Anwendungen.
- DuITeasy entwickelte smarte Assistenzservices aus einem Datenraum, von Notfallerkennung bis Hitzeschutz in betreuten Wohnformen und Quartieren.
- Im Projekt ExpliCareNEXT wurde eine KI-basierte Schritt-für-Schritt-Handlungsempfehlung für ungelernte Pflegekräfte in der häuslichen Pflege entwickelt.
- Mit FAME4ME kann gezeigt werden, wie Energiedaten aus dem Datenraum in Haushalten direkt nutzbar werden, mit Live-Verbrauchsvisualisierungen und der Darstellung dynamischer Strompreise.
- ForeSightNEXT gab als sogenanntes „Leitprojekt“ den strukturellen Ordnungsrahmen von SmartLivingNEXT vor. Es schaffte die technologischen, methodischen und organisatorischen Grundlagen, mit denen intelligente Services nicht isoliert entwickelt, sondern systemisch in ein gemeinsames Smart-Living-Ökosystem eingebunden werden können.
- GAiST demonstriert, wie Vital- und Hausautomationsdaten zur präventiven Risikoerkennung beitragen können, um selbstbestimmtes Leben im Alter zu unterstützen.
Category:
BIM-4-CARE
COMET
Du2lTeasy
ExpliCareNEXT
FAME4ME
GAIsT
Flagship project
SmartLivingNEXT
Stay informed about the latest developments around SmartLivingNEXT: