22. April 2026

Fast jeder zweite Haushalt schon smart: Deutscher Smart Living-Markt wächst trotz Krisen stabil

Aktuelle Studie SmartLiving2Market zeigt: SmartLivingNEXT hat große Chance für deutsche Technologieführerschaft

Essen, 22. April 2026 – Smart Living hat in Deutschland den Sprung aus der Nische geschafft: Bereits 46 Prozent der Haushalte nutzen mindestens ein gebäudegebundenes Smart Living-Gerät – Tendenz weiter steigend. Das zeigt die neue Marktstudie „SmartLiving2Market 2026“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Begleitforschung zum Technologieprogramm SmartLivingNEXT erstellt und am 22. April 2026 auf der Altenpflegemesse in Essen vorgestellt wurde.

Trotz Energiekrise, Inflation und geopolitischer Verwerfungen wächst der Markt für vernetztes Wohnen weiter. Weltweit stieg der geschätzte B2C-Umsatz für gebäudegebundene Smart Living-Anwendungen von 142 Mrd. Euro (2024) auf 159 Mrd. Euro (2025). Der europaweite Umsatz für gebäudegebundene Smart Living-Anwendungen beläuft sich 2025 auf 41 Mrd. Euro. Besonders dynamisch entwickelt sich neben den gebäudegebundenen Smart Living-Anwendungen der digitale Gesundheitsmarkt als Verzahnung von gebäudeinternen und gebäudexternen Anwendungen: Sein Volumen in Europa hat sich den Prognosen zufolge zwischen 2020 und 2025 beinahe verdoppelt – von 19,3 Mrd. auf 39,7 Mrd. Euro – und soll bis 2030 auf 42,4 Mrd. Euro wachsen.

Deutschland zählt im europäischen Vergleich zu den Schlüsselmärkten: 2025 wird der Umsatz mit smarten Haushaltsgeräten auf rund 3 Mrd. Euro, der Markt für Vernetzung und Steuerung auf 2 Mrd. Euro geschätzt. Damit behauptet sich der Standort im Wettbewerb, auch wenn die Studie den Smart Living-Markt insgesamt weiterhin als fragmentiert beschreibt. Noch dominieren viele, oft inkompatible Einzellösungen, während wirklich integrierte Ökosysteme erst im Entstehen sind.

Meilenstein für die Digitalisierung des Wohnens

Genau hier setzt das vom BMFTR betreute Technologieprogramm SmartLivingNEXT – Künstliche Intelligenz für nachhaltige Lebens- und Wohnumgebungen an. Im Zentrum steht ein sicheres, herstellerneutrales Datenökosystem auf Basis von Gaia‑X, das bestehende Technik verknüpft, Daten aus bislang getrennten Systemen und von verschiedenen Dateninhabern kontrolliert, interoperabel und skalierbar nutzbar macht und so neue, skalierbare Services und Geschäftsmodelle für intelligente Gebäude, Wohn- und Lebensumgebungen ermöglicht, ohne bestehende Systeme zu ersetzen. Damit ist ein zentraler Meilenstein für die Digitalisierung des Wohnens in Deutschland gelegt: der Aufbau eines funktionsfähigen Ökosystems für sichere, interoperable Smart Living-Lösungen – gedacht aus der Praxis, technisch umgesetzt und im Feld erprobt.

Über die gesamte Laufzeit von 2023-2026 hinweg standen sieben geförderte Projekte im Mittelpunkt, mit Anwendungsbeispielen aus Energie, Wohnungswirtschaft, Assistenz und Pflege, Sicherheit, Komfort und Quartierslösungen. Sie haben gezeigt, dass sich Smart Living-Dienste über einen gemeinsamen Datenraum herstellerübergreifend vernetzen lassen – sicher, standardisiert und datenschutzkonform.

Unter Realbedingungen wurden die Lösungen prototypisch umgesetztund der Datenaustausch im Ökosystem praktisch erprobt. Damit liegen heute deutsche Lösungsansätze vor, wie Unternehmensdaten so bereitgestellt werden können, dass sie auf allen Ebenen kompatibel sind: technisch, rechtlich, organisatorisch und wirtschaftlich. Fertig für den Realbetrieb!

Gelingt die Etablierung dieser Infrastruktur am Markt, könnte Deutschland seine technologische Stärke im Smart Living-Bereich bei gleichzeitigem Einhalten hoher europäischer Standards für Datenschutz und Datensicherheit in einen strategischen Wettbewerbsvorteil übersetzen.

Neue margenstarke Felder für SHK- und Elektrohandwerk

Die Studie zeigt zudem: Smart Living eröffnet neue Chancen für Handwerk und Start-ups. Insbesondere im SHK‑ und Elektrohandwerk entstehen margenstarke Felder rund um smarte Energie- und Komfortlösungen, Ferndiagnosen und digitale Wartungsmodelle. Gleichzeitig ist die Zahl der Smart Living-Start-ups zwar noch niedrig, aber wachsend, insbesondere in den Bereichen Energieeffizienz, Smart Health und personalisiertes Wohnen.

In der Gesamtschau kommt die Untersuchung zu einem positiven Fazit: Der Smart Living-Markt befindet sich zwar weiterhin in einer frühen Phase mit moderatem Wachstum, doch Akzeptanz, Marktdurchdringung und regulatorischer Rückenwind sprechen für einen erneuten Aufschwung ab spätestens 2028. Mit Programmen wie SmartLivingNEXT, der Fokussierung auf interoperable Datenräume und dem konsequenten Einbinden von KI eröffnet sich für Deutschland und Europa die Chance, einen globalen Standard für sicheres, vernetztes und nachhaltiges Wohnen zu prägen.

Die Studie „Smart Living 2026“ wurde von der Technopolis Group im Rahmen der Begleitforschung zum Programm SmartLivingNEXT erstellt. Auftraggeber ist das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Die Studie finden Sie hier zum Download: https://smartlivingnext.de/wp-content/uploads/SL_Marktstudie_2026_final_17042026.pdf

Auf der Altenpflegemesse in Essen vom 21.04. bis 23.04. präsentiert das Technologieprogramm SmartLivingNEXT seine „Pflegeprojekte in Halle 6, Stand 840. Vertreten sind die Projekte BIM-4-CARE, DuITEasy, ExplicareNEXT, ForeSightNEXT und GAiST.

Auf der Konferenz zu intelligenten Gebäuden, Smart Living, KI-Diensten und vernetzten Ökosystemen am 19.05.2026 in Berlin soll der offizielle Startschuss für den Realbetrieb gegeben werden. Die Konferenz von SmartLivingNEXT ist zugleich der Abschluss des Technologieprogramms, ergänzt um eine Demonstratoren-Ausstellung. Infos und Anmeldungen zur Konferenz: https://smartlivingnext.de/konferenz-2026/

Kategorie:

SmartLivingNEXT

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