Am 27. November 2023 hat der Rat der Europäischen Union den sog. EU Data Act verabschiedet, um den wachsenden Herausforderungen im Zusammenhang mit der Datenwirtschaft und dem Datenaustausch in der EU zu begegnen. Der EU Data Act sieht vor, dass in Zukunft nicht nur der Hersteller, sondern auch die Nutzer vernetzter Geräte darüber entscheiden können, wie mit Daten umgegangen werden soll, an deren Entstehung sie mitgewirkt haben. Nutzer können dabei Unternehmen wie auch Verbraucher sein. Dies gilt künftig auch für Daten aus dem Wohnumfeld und aus den Wohngebäuden.

Dass Datensouveränität auch technisch umgesetzt werden kann, zeigt SmartLivingNEXT. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderte Forschungsprogramm arbeitet an einer Lösung, die es möglich macht, Daten aus dem Bereich des privaten Wohnumfeldes herstellerübergreifend in einem geschützten Datenraum zusammenzuführen und kontrolliert miteinander zu teilen. Der SmartLivingNEXT Dataspace bietet das technologische Gerüst, das die strengen Vorgaben an die Datenhoheit konsequent erfüllt. Hier können Daten geteilt werden, ohne dass die beteiligen Partner die Kontrolle darüber verlieren. Damit wird auch der von der EU angestrebten Marktdynamik im Bereich datenbasierter Dienstleistungen Auftrieb gegeben.

SmartLivingNEXT Ökosystem: vertrauensvolle Grundlage für datenbasierte Dienstleistungen

Der Konzeptansatz von SmartLivingNEXT sieht vor, dass Daten in ihren jeweiligen Ursprungssystemen verbleiben, aber auf einer logischen Ebene verknüpft werden können. Im Ergebnis können im so entstehenden Smart-Living-Ökosystem digitale Serviceanbieter und Hersteller physischer Komponenten auf Basis der verfügbaren Daten und in Ergänzung von KI-Basisservices neue intelligente Anwendungen und Geschäftsmodelle generieren und dabei gleichzeitig die Vorgaben des EU Data Acts erfüllen. Die geschieht, indem sie dezidiert autorisierten Personen oder Organisatoren die Verwendung der in ihren Systemen generierten Daten für vorher festgelegte Zwecke erlauben – diese umfassen explizit auch die Programmierung neuartiger Anwendungen.

Eine Besonderheit ist, dass Marktteilnehmende damit gleichberechtigt und diskriminierungsfrei vernetzt werden können. Das bislang übliche Modell eines dominanten Plattformanbieters, dem sich alle anderen Teilnehmenden unterzuordnen haben, entfällt. Es entsteht ein skalierbares und sehr niedrigschwelliges Angebot, sich als Anbieter oder Konsument von Daten oder Diensten in ein bestehendes Ökosystem einzubringen und davon zu profitieren. Die Teilnehmenden behalten dabei dauerhaft die Kontrolle über ihre Daten. 

Neue digitale Services können u.a. den Wohnkomfort, die Energieeffizienz von Gebäuden, die Wohnsicherheit sowie  assistiertes Wohnen und Pflege abdecken. Aber auch die Wartung von Gebäuden und die damit verbundenen Verwaltungsaufgaben können dadurch signifikant vereinfacht werden.

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