BIM-4-CARE: Neuer Demonstrator zeigt, wie digitale Bauplanung selbstbestimmtes Wohnen für Pflegebedürftige ermöglicht
28. August 2025
Lesedauer:
2 Minuten
Bauliche Anpassungen von Wohnräumen sind oft die Voraussetzung dafür, dass pflegebedürftige Menschen möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Doch die Gestaltung pflegegerechter Lebensräume ist komplex und fragmentiert: Eine gemeinsame Planungsbasis zwischen Betroffenen, Fachkräften und Bauplaner*innen fehlt, was häufig zu Verzögerungen, wiederholten Datenerhebungen und Unsicherheit führt. Genau hier setzt das Projekt BIM-4-CARE an.

„Viele Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in ihrem vertrauten Zuhause bleiben zu können. Mit BIM-4-CARE setzen wir moderne KI-Technologien ein, um eine Plattform zu entwickeln, die Wissen und Erfahrungen aus der Pflegepraxis direkt in die Wohnraumplanung integriert“, sagt Christian Walter, Projektleiter im Projekt BIM-4-CARE.
BIM-4-CARE wird gemeinsam mit der Forschungsgruppe Assisted Working and Automation (AWA) an der Hochschule Darmstadt unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Sven Rogalski umgesetzt. Ziel des Projekts ist ein intelligentes Planungstool, das mithilfe digitaler Technologien und vernetztem Datenaustausch alle Beteiligten dabei unterstützt, Wohnsituationen realistisch einzuschätzen und zukunftssicher umzugestalten. Dabei geht es auf individuellen Einschränkungen, Bedürfnisse und potenzielle Krankheitsverläufen ein und plant vorausschauend.
Der neue Demonstrator
Wie das künftig aussehen kann, veranschaulicht der neue Demonstrator des Projekts. Als digitales Navigations-Tool erstellt er anhand eines kurzen Fragebogens konkrete Empfehlungen zur Wohnraumanpassung. In diesem Fragebogen, der gemeinsam mit Pflegeunternehmen konzipiert wurde, werden Informationen zum Pflegegrad, Mobilität und Gesundheitszustand abgefragt.
Die integrierte KI analysiert diese Daten und erstellt daraus einen individuellen Aktionsplan. Die Handlungsempfehlungen reichen von baulichen Maßnahmen wie Türverbreiterungen, Treppenliften oder Schwellenbeseitigung bis hin zu alltagsnahen Anpassungen wie Haltegriffen, Beleuchtung oder Assistenzsystemen.
Vernetzte Planung pflegegerechter Wohnräume – ein Ausblick
Noch werden die Informationen manuell eingegeben.Langfristig aber soll der Demonstrator Teil eines durchgängig vernetzten Planungssystems werden. Dafür sollen künftig alle relevanten Informationen – von baulichen Gegebenheiten über Gesundheitszustände bis zu Pflegebedürfnissen – automatisiert über den SmartLivingNEXT- Datenraum miteinander verknüpft werden. Durch die KI-gestützte Auswertung aller verfügbaren Daten kann ein großer Pool an Möglichkeiten analysiert und Handlungsempfehlungen individuell erzeugt werden.
Den Demonstrator können Sie auf dieser Website ausprobieren: https://smartepflegeassistenz.de/
Artikel im Audio-Format:
Redaktion:
Nele
Friedrich
Kategorie:
BIM-4-CARE
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